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The Darjeeling Limited

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Indien im Kino

Ich hab mir gestern mit zwei Freunden Wes Andersons "The Darjeeling Limited" angesehen. Und was hat mir gefallen? Adrian Brody, Irrfan Khan, Angelica Hustan, Bill Murray (mal ehrlich: der Typ muss gar nix besonderes machen. Der ist einfach cool), der Humor und die Musik. Im Abspann finde ich dann auch den Namen Satyajit Ray für ein paar Musikstücke angegeben und wundere mich nicht im Geringsten. Klar kennt Anderson den angesehensten indischen Filmemacher.

Was mir nicht gefallen hat? Der Film. Das hier wird keine Rezension, ich muss nur ein paar Gedanken zu Anderson und Hollywood in Indien loswerden...

Gott sei Dank macht Mira Nair "Shantaram"! Wenn ich mir so einen amerikanischen Streifen anschaue und einen Irrfan Khan in so einer lächerlich kleinen Rolle sein Bestes geben sehe, dann fühle ich mich um gute Szenen betrogen. Klar ist: Für die Zuschauer des Films soll der Mann nur ein identitätsloses Gesicht sein. Einer, der kurz ein wenig Eindruck macht, dessen Worte man nicht versteht und den man gleich wieder vergisst. Ich kenne ihn aber nun schon aus so vielen tollen wie albernen Filmen, dass mein Blick sofort an Irrfans Schauspiel kleben bleibt. Auch, wenn er fast nichts tut. Er hat eine Präsenz und ich weiß, was er drauf hat. Also ärgere ich mich, wenn es wieder zu den drei Amis geht, die selbstverständlich im Mittelpunkt stehen und mich manchmal etwas langweilen. Obwohl: Nix gegen Adrian Brody! Jemand mit so einer großen Nase und so einer Mimik kann mich nicht langweilen.

Problem Nummer zwei: Owen Wilson. Was für ein nerviger Typ. Klar, irgendwo soll er das auch sein. Aber der Bruder, der die restlichen beiden durch die spirituelle Entdeckungsreise zerrt, ist mir irgendwie zu vertraut. Ein Kontroll-Freak, der am Ende einsieht, dass die Jüngeren pflügge sind. Das Ganze ist in ein paar Sekunden abgehandelt und total einfallslos.

Ich weiß aber nicht genau, warum ich den Film nicht mag. Einige Sachen sind unter den Kritikpunkten, die mir anderswo gefallen. Szenen werden etwas planlos aneinander gereiht, was manchmal auch ganz witzig ist, es wird nicht zu viel geredet und die Figuren sind etwas skurril. Ich glaube, ich mag den Stil nicht. Ich habe das Gefühl, es mit Karikaturen zu tun zu haben. Wenn dann Momente etwas schwer daher kommen, kann ich damit überhaupt nix anfangen. Die Aussage könnte noch so tiefsinnig sein, sie würde an mir vorbei rauschen. Es ist eine ganz schwere Balance, die Anderson zumindest für meinen Geschmack hier nicht hinbekommt. Vielleicht ist er mir zu krampfhaft subtil, zu künstlerisch und dann zitiert er auch noch Ray. Nein, bei mir ist der Film nicht angekommen, trotz einiger amüsanter Momente.

Außerdem: Wenn ich die drei Brüder auf dem Motorrad sehe, muss ich an "Swades" denken. Auch der hat skurrile Figuren, auch der ist tiefsinnig und er hat Längen, dennoch habe ich mich nicht gelangweilt. Dann gibt es verdammt viele Szenen, in denen Leute auf einen Zug aufspringen und auch da sage ich: tausendmal gesehen. Mir ist "Jab We Met" wahrscheinlich noch zu gut in Erinnerung. Besonders Kareena Kapoors unvergleichlicher Gesichtsausdruck, als sie - im Schlafanzug - zum zweiten Mal den Zug vor ihrer Nase abfahren sieht und verzweifelt hinterher rennt.

Ausländische Produktionen in Indien werden für mich immer heikel sein. Schnell werden Schauspieler, die ich sehr schätze, klein gehalten und Sachen, die ich mit Vergnügen immer wieder gerne sehe, verlieren ihren Charme, weil sie für ein anderes Publikum bestimmt sind. Aber in zwei Monaten kommt ja vielleicht "Outsourced", da sehen wir, wie man es richtig macht. Der Film funktioniert ganz klar für jedes Publikum!

 

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