Selten zuvor gab es eine so euphorisierte Stimmung vor und in deutschen Kinos, in Anbetracht eines Bollywood Films. Ashraf Entertainment, die seit Jahren sichere Bank für Bollywood Vergnügen in deutschen Lichtspielhäusern, ist nun wieder mit dem Top-Blockbuster "Singh is Kinng" durch diverse kleine und große deutsche Städte, wie Regionen unterwegs.
Die ersten drei Tourstationen in Köln, Essen und Offenbach fanden vor ausverkauftem Haus statt, so dass schon im Vorfeld Sondervorstellungen eingeplant wurden. "Ich bin sehr glücklich darüber, dass auch das deutsche Publikum so neugierig und begeistert auf die neue Akshay Kumar Komödie reagiert", ließ Ashraf der ISHQ im essener Cinemaxx Kino nahebringen. Ernüchternd waren dagegen die deutschen Untertitel. Man konnte aber auch wahlweise einfach den englischen folgen, die ebenfals in kleiner Schrift darunter angeboten wurden. Weiterhin war die deutliche Anzahl an Sikhs festzustellen, die wie in anderen Staaten auch, in überaus reger Menge zu den Kinovorführungen erschienen. Nicht besonders verwunderlich, da "Singh is Kinng" die Sikh Thematik in überaus chamanter, ehrlicher und würdevoller Art filmisch verarbeitete. Dies war über Jahrzehnte keine Selbstverständlichkeit im indischen Film, wo die Rolle des Sikhs, im besten Fall als lustig, trottelige Gag-Nummer eingespielt wurde. Dass Fairness und liebevolles Miteinander gegenüber Minderheiten auch kommerziell hilfreich sein kann, sollte spätestens jetzt auch dem letzten indischen Drehbuchautor deutlich werden.
Für den deutschen Kinobesucher etwas verwirrend, aber belustigend zugleich, war der kulturelle Erfahrungsschatz, den man in lauter Umgebung annahm, wenn nach etwa 5 Minuten der Fim unterbrochen wurde, weil ein Großteil der indisch stämmigen Kinobesucher die nummerierten Platzkarten zwar für eine gute deutsche Idee hielten, sich aber trotzdem überall dort hinsetzten, wo es nach schnell kalkuliertem Wohlbefinden am Schönsten war. So gab es im essener Cinemaxx um etwa 20.30 Uhr eine großangelegte Sitztauschaktion, die zwar nicht zu Tummulten, aber zu erregten Gesprächen zwischen Sitzplatznachbarn, Kinovorführern und dem eigenen Ehrenkodex führten. Nach dem die Ehre und der Stolz von Ashraf Hanief zu gemäßigter Größe herunterreduziert wurde, in dem er den nicht regelkonform sitzenden Besuchern vorschlug den Kinosaal gegen Rückgabe des Eintrittspreises wieder zu verlassen, herrschte Ruhe. Doch spätestens bei Anpfiff des Films war es mit der Ruhe auch schon wieder vorbei, denn ob Inder, Pakistaner, Afghanen oder eben auch Deutsche, sie erkennen den größten Genuß des filmischen Erlebens darin, den eigenen Emotionen einen freien Lauf zu ermöglichen. Da wird geschrien, gelacht oder auch mal die ein oder andere Träne in mittellauter Stimmlage der Umgebung zur Kenntnis gebracht. Bollywood in Reinstform, einfach herrlich!
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