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Arre...?

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new york.jpgIch habe mir gerade mal den neuesten Trailer aus der Yash-Raj-Schmiede angeschaut. OK, irgendwie wusste ich nicht so recht, um welchen Film es sich bei dem Promo überhaupt handelte. Als ich also New York und die amerikanische Flagge sah, dachte ich gleich: Uuuuh... "My Name Is Khan", oder?, gefolgt von einem Anflug von Neugier und leichtem Grusel - in dem Bewusstsein, dass Kidnap-Autorin Shibani Batija am Werk sein würde. Dann machte ich aber John Abraham aus und hielt den Clip für einen weiteren "Dostana"-Song. Hab ich echt New York mit Miami verwechselt? Aber da sind auch noch Katrina Kaif und Neil Nitin Mukesh, also ein neuer Film. Hm... Die erste Hälfte sah nach nem typischen NRI-Film aus. Gefühlte 1000mal gesehen, was ja nicht gleich schlecht sein muss. Katrina passt natürlich wunderbar in die Kulisse, John behält seine Klamotten an (steht ihm gut, muss ich sagen) und Neil Nitin Mukesh ist für mich noch immer so ein kleines Überraschungspaket. Der Trailer hatte mich fast davon überzeugt, dass der Film etwas für mich sein könnte. Aber dann: 11. September. Uh oh... Mist.

Die Sache ist die: Ich bin immer wieder erstaunt, wie gerne doch reale Ereignisse in Bollywood-Filmen eingebaut werden. Wollen das die Zuschauer? Reicht nicht irgendeine imaginäre Katastrophe, die der echten ähnelt, bei der man aber nicht so schnell Gefahr läuft unsensibel oder gar peinlich zu werden? Ich schaue die Filme doch schon mit dem Wissen, dass das Geschehen dort auf dem Bildschirm 100%ig fiktiv und rein hypothetisch ist. Gerade Bollywood schien für mich nie wirklich den Anspruch auf Realität im wörtlichen Sinne zu hegen. Nun tauchten sogar in meinem letzten Kollywood-Film die Oklahoma Bomben auf und das hatte in keinster Weise mit der restlichen Handlung irgendetwas zu schaffen. Ein namenloses Unglück oder irgendein Unfall hätte den gleichen Effekt erzeugt. Irgendwie scheint so etwas manchmal für einen ganz einfachen Story-Kniff herzuhalten, aber mich reißt es immer aus der eigentlichen Handlung. Ich suche dabei nicht selten nach einem Grund und verknote mir so regelmäßig die Hirnwindungen.

Wenn bei solchen Schnittstellen mit der Realität immer so tolle Filme wie zum Beispiel "Bombay" herauskommen würden, hätte ich auch gar kein Problem damit. Aber, wenn ich mir so den Trailer von "New York" anschaue - mit den gelackten Bildern der Stadt und den drei munteren Freunden, sieht das Ganze mal wieder gefährlich nach einer Farce aus. Und wenn in dieser netten, typischen Scheinwelt dann plötzlich der 11. September eine Rolle spielt, dann will das nicht in meinen Kopf. Hat dieses Datum in einem Mainstream-Bollywood-Streifen überhaupt etwas verloren? Wie kann denn am Ende alles gut werden, wenn ein 11. September in dieser Scheinwelt existiert?

Nun hatte Indien gerade erst einen Anschlag vor der eigenen Haustür und ist selbt aufgeschreckt, da es diesmal doch alle Gesellschaftsschichten getroffen hat. Und was war kurzzeitig das Topthema in den indischen Medien? Filmemacher Ram Gopal Varma wurde kurz danach mit einem der Politiker im Taj Hotel gesehen. Entrüstung allerorts. Varma erklärte später, er wäre rein zufällig dort gewesen und wolle keinen Film daraus machen. Wollen wir Wetten abschließen, wann der erste Bollywood-Held, eine wichtige Verabredung mit seiner Herzdame versäumt, weil er in seinem verdunkelten Hotelzimmer hockt und um sein Leben bangt? Oder wurde diesmal vielleicht wirklich ein sensibler Nerv getroffen?

"New York"-Regisseur Kabir Khan war bereits für "Kabul Express" verantwortlich. Ein Film, bei dem ich etwas zwiegespalten bin. Es gab dort schon gute Momente und viel Potenzial, aber dennoch möchte ich jetzt schonmal das Fremdschämen üben. Ich meine, ok, die Amis müssen auch einstecken können, was sie austeilen. Aber Bollywood macht sich manchmal so plump über sie lustig, dass es der indischen Filmindustrie fast schon mehr schadet. Jüngstes Beispiel: Die One Night @ the Call Center Verfilmung "Hello". Ich frage mich ehrlich, wie sie die Leute dazu gekriegt haben, sich so dermaßen doof zu stellen. Und ich rate mal wild, dass die Story von "New York" in Guantanamo enden wird - so sieht es zumindest im Trailer aus. Ob das ein Happy End gibt? Oder eine Flucht Marke "Harold & Kumar"? Muss ich noch erwähnen, dass John es doch noch schafft, sich seiner Kleidung zu entledigen? Zumindest steht uns Irrfan Khan bei, vielleicht kann der ja noch etwas reißen. Naja, ich kann nicht behaupten, dass ich nicht neugierig wäre, was bei der Sache rauskommt. Man weiß echt nie, wo die Bollywood-Achterbahn endet: In einem Logikloch oder in einer Lüge von der heilen Welt? Und was ist mir eigentlich lieber?

Außerdem ein kleiner Wink an Yash Raj: Wenn ihr wollt, dass man eure Filme unterscheiden kann und, dass man nicht immer gleich sagt "typischer Yash-Raj-Streifen", dann versucht doch bitte die Promo mal etwas mehr auf den Film zuzuscheiden und nehmt nicht jedes Mal die gleiche Schrift und die gleichen Farben. Das würde echt schon helfen. Ansonsten gab es zuletzt ja durchaus mal wieder ein paar richtig gute Filme von euch. Weiter so!

http://www.yashrajfilms.com/Movies/MovieIndividual.aspx?MovieID=9ddf5e07-601d-4c73-832d-0acc4c6bc0a0

 

 

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