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Scheinwerfer auf die indischen Talente

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Irgendetwas kommt hier in Bewegung: Shah Rukh Khan vergibt einen Golden Globe, A. R. Rahman ist für eben diesen Award nominiert, Farah Khan stattet der Berlinale einen Besuch ab, Gordon Liu legt sich im neusten Bollywood-Spektakel mit Akshay Kumar an und „Slumdog Millionär" – die Verfilmung von Vikas Swarups „Rupien Rupien" – sammelt auf dem Weg zu den Oscars allerhand Awards und Nominierungen ein. Wichtige Awards und Festivals sorgen natürlich immer für sehr viel Aufmerksamkeit, wenn aber Filme auf internationaler Ebene diskutiert werden, steht Indien meist außen vor. Wenn sich aber ab und zu die verschiedenen Filmkulturen vermischen, dann wird es interessant und die Medien horchen auf. In der nächsten ISHQ gibt es einen Feature zu den wichtigsten Crossover-Produktionen. Ich fasse hier noch einmal die neuesten Entwicklungen kurz zusammen:

Indische Filme werden gerne als Eskapismus verschrien. Filme, die nur von Indern verstanden werden und sonst keiner braucht. Wir wissen natürlich inzwischen, dass dem nicht so sein muss. Es gibt durchaus ein paar Deutsche, die Gefallen an den ungewohnten Streifen aus dem fernen Land gefunden haben. Sogar Japan hat einen Narren an Tamil-Star Rajnikanth gefressen. Aber Hollywood ist noch immer überrascht, wenn es Talente aus Bollywood entdeckt. Zuletzt erntete Irrfan Khan jubelnde Kritiken mit Filmen wie „The Namesake" und „A Mighty Heart". Ob besagte Kritiker auch mal ein Auge auf „Billu Barber" werfen würden?

Auch in „Slumdog Millionär" ist Irrfan vertreten und Anil Kapoor tritt auch noch als Quizmaster auf. Regisseur Danny Boyle („Trainspotting", „28 Days Later") ging sogar so weit A. R. Rahman als Komponisten für seinen Film zu engagieren. Nach „Chaiyya Chaiyya"s Minuten des Ruhms in Spike Lees „Inside Man" und auch Rahmans Arbeit für Deepa Mehtas „Water" scheint sich die Gabe des kleinen Musikgenies endlich herumgesprochen zu haben. Wurde auch Zeit. Rahman lässt Hans Zimmer doch alt aussehen – mal ehrlich. Wenn er nun auch noch von Shah Rukh Khan einen Golden Globe überreicht bekommen sollte, können wir das richtig feiern! Die Verleihung wird in der Nacht von Sonntag auf Montag ab 2 Uhr auf Pro7 übertragen. Vielleicht schafft es Shah Rukh auch nebenbei noch ein wenig Werbung für seinen nächsten Film „My Name Is Khan" zu machen, den er gerade mit Karan Johar in den Staaten dreht…

Nachdem ihre zweite Regiearbeit „Om Shanti Om" im letzten Jahr für einigen Trubel auf der Berlinale sorgte, wird diesmal Farah Khan persönlich bei dem Festival zu Gast sein. Im Rahmen des Talent Campus vertritt die beliebte Choreografin ihre Filmindustrie und führt fort, was Shah Rukh Khan in Berlin begonnen hat. Wir haben also auch in diesem Jahr einen Grund, die Berlinale unsicher zu machen.

Zu guter letzt wäre da natürlich noch Gordon Lius kleiner Abstecher in die indische Filmindustrie zu erwähnen (auf dem Bild neben Deepika Padukone zu sehen). Nachdem dieser in „Kill Bill" Uma Thurman zur Killermaschine ausbildete, darf er nun in der Bollywood Action Comedy „Chandni Chowk To China" Akshay Kumar vermöbeln. Akshay hat zwar auch so seine Erfahrungen in Martial Arts, aber hier sehen wir einen richtigen Könner am Werk. Bei den Song-&-Dance-Einlagen muss er aber den Indern bei der Arbeit zuschauen. Das verspricht richtig spaßig zu werden! Bollywood kann sich also auch die Talente importieren. Der Film schaut überhaupt aus, als hätte er das Zeug zum Crossover. Aber ob Warner Brothers überhaupt versuchen wird, ihn einem westlichen Publikum zu verkaufen? Oder wird er die Fans des asiatischen Kinos begeistern können?

Kurz gesagt: Es scheint schon mehr Respekt vor indischen Künstlern und Stars zu geben als noch vor einigen Jahren, aber erst ein Gewinn bei den Oscars kann die Aufmerksamkeit auf ein neues Level heben. Rahman ist auf dem besten Weg dorthin, aber sogar jeder Sieg für „Slumdog Millionär" wäre ein Schub für den indischen Film. Bollywood selbst hat mit Filmen wie „Taare Zameen Par" schließlich eine absolute Außenseiterstellung bei den Academy Awards. Die Nominierungen werden am 22. Januar bekannt gegeben, solange heißt es natürlich „Daumen drücken!".

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