Gerade ist der indische Klassiker „Sholay" aus den 70ern mit Amitabh Bachchan, Dharmendra und Hema Malini erstmals mit deutschen Untertiteln bei Rapid Eye Movies erschienen. Doch, wer den Film schon kennt, den könnte eine Überraschung erwarten: Das Ende ist nämlich ein anderes als etwa auf der Eros-Version, die ich im Schrank stehen habe. Außerdem erstrahlt er hier im schicken Cinemascope – wie es sich meiner Meinung nach eigentlich auch für einen „Western" gehört. (Achtung: Spoiler! Wer sich die Spannung nicht nehmen lassen will, sollte hier aufhören zu lesen)
Ich staune also nicht schlecht, als der Thakur plötzlich inne hält und seine Schuhsohle, die er liebevoll mit tödlichen Nägelchen präpariert hat, knapp vor dem Gesicht des berühmtesten Oberschurken des indischen Kinos verharrt. Ich kannte die zensierte Version bisher überhaupt nicht und während die Polizisten, die in ihren sommerlichen Uniform-Shorts einfach zu ulkig aussehen, an Thakurs Prinzipien appellieren, um ihn aus seinem Rache-Rausch zu wecken, stirbt der Pazifist in mir langsam ab. Hey, ich bin natürlich auch kein Freund von Gewalt. Außer im Kino. Es ist einfach das schwächere Ende, wenn Gabbar Singh festgenommen wird, obwohl Sanjeev Kumar sich alle Mühe gibt, das überzeugend durchzuziehen. Es fühlt sich einfach nicht richtig an. Nicht zuletzt, weil er Gabbar schon in einem Rückblick ins Gefängnis gebracht hatte, woraufhin dieser sich grausam rächte, sobald er wieder frei war. Die Lösung hatte der Film schon durchgespielt, kein Wunder also, dass auch Sanjeev nicht mehr so begeistert dreinblickt.
Ich kann mich aber leider an erschreckend viele solche zahme Enden erinnern. Manche sind sicherlich nur lieblos angefügt, um die Geschichte einfach zu Ende zu führen. Die berühmt-berüchtigten „Instant-Happy-Ends" geben jedenfalls keinen sonderlich spannenden Höhepunkt ab. Nichts gegen Happy-Ends an sich, aber man muss sie mir auch einigermaßen glaubwürdig verkaufen und manchmal passen sie einfach nicht oder sie sind einfach nur plump. Da frage ich mich schon, ob auch anderswo die Zensur eingegriffen hat, oder die Macher vielleicht in letzter Sekunde gekniffen haben. Ganz seltsam sind etwa auch immer die Szenen, wo wir als Abschluss so eine kitschige Himmelsequenz geliefert bekommen. Stellt euch mal „Dil Se" mit so einem Ende vor: Meghna und Amar treffen sich im Jenseits wieder und tanzen im Abspann mit den Engelchen aus „Thoda Pyaar Thoda Magic"… Absurd? Mag sein. Aber nicht gänzlich unvorstellbar.






as habe ich mich auch schon gef...
