
Das 8. Indische Filmfestival ‚Bollywood and beyond’ vom 20. bis 24. Juli
2011 im SICentrum
Stuttgart holt wieder aktuelle Kinofilme aus Indien in die badenwürttembergische Landeshauptstadt. Das größte indische Filmfestival außerhalb Indiens, das längst bundesweit und international Beachtung findet, verspricht wieder ein einmaliges Programm. Alles über 'Bollywood and beyond' verrät Festivalleiter Oliver Mahn vom Filmbüro Baden‐Württemberg im Interview.
Wie ist das Festival entstanden?
Aus der Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Mumbai, die seit 1968 existiert. 2004 wurde Andreas Lapp Honorarkonsul der Republik Indien für Baden‐Wüttemberg und Rheinland Pfalz als Nachfolger von Herrn Nanz. Um die Städtepartnerschaft wieder zu beleben, veranstaltet Herr Lapp seit 2004 das Stuttgart‐meets‐Mumbai‐Winefestival in Mumbai, sozusagen das Stuttgarter Weindorf in klein. Dort haben wir dann überlegt, was man als Pendantveranstaltung in Stuttgart machen könnten und da Mumbai die Filmhauptstadt Indiens ist, war schnell klar, dass sich ein Filmfestival anbietet – übrigens war es dann das Erste seiner Art hier in Deutschland.
Wer wählt die Filme aus und nach welchen Kriterien?
Die Auswahl wird von unserer Programmleiterin Elisa Melzer und mir gemacht. Feste Kriterien dafür gibt es nicht. Eine Vorauswahl wird bereits von unseren beiden Kuratorinnen Uma da Cunha in Mumbai und Therese Heyes in Palm Springs gemacht, bzw. schlagen sie auch Filme vor und sprechen Empfehlungen aus, da sie weltweit auf Festivals unterwegs sind und so viele Filme schon gesehen haben. Uns ist wichtig, Filme aus allen Regionen Indiens und somit einen repräsentativen Querschnitt zu zeigen. Natürlich interessieren uns vor allem Filme, die etwas über das Land und die Menschen
erzählen, ambitionierte Geschichten, die die Zuschauer in ihren Bann ziehen.
Welche Filme sind besonders gut (gerne) besucht?
Es gibt nat・lich eine große Bollywood‐Fangemeinde. Die klassischen Produktionen mit Musik und Tanz sind nach wie vor sehr beliebt. Allerdings machen diese Filme nur einen Bruchteil des Programms aus; das moderne indische Kino bedient sich eher der bei uns bekannten Erzählformen ohne die Tanz‐ und Gesangeinlagen und ohne Überlänge. Spielen bekannte Schauspieler mit, sind die Vorstellungen in der Regel auch gut besucht.
In welcher Sprache werden die Filme gezeigt? Gibt es Untertitel?
Die Filme werden in der Originalsprache, also eine der vielen Landessprachen Indiens gezeigt. Allerdings muss man sagen, dass die meisten Filme in Hindi sind. In der Regel werden die Filme mit englischen Untertiteln gezeigt, manche Filme haben auch deutsche Untertitel, das ist aber eher selten.
Wie viele Besucher hat das Festival ca.?
2010 waren es etwa 16.000 Besucher, die zum Festival ins SI‐Centrum kamen.
Wie sieht das Rahmenprogramm aus?
Seit 2010 gibt es einen Tanzwettbewerb. Darüber hinaus machen wir seit 2004 die 'Tea Talks', das sind Vorträge mit anschließender Gesprächsrunde zu Themen der indischen Kultur, Politik, Gesellschaft. Wir bieten Tanzworkshops an und machen Konzerte mit Partnern, wie der Deutsch‐Indischen Gesellschaft (DIG) 2010. Für alle, die sich für wirtschaftliche Fragen in Indien interessieren, veranstalten wir seit 2007 gemeinsam mit der KPMG das Indo‐German Businessforum. Dort sprechen Fachleute zu Themen wie Besteuerung in Indien, Unternehmensgründung oder zu rechtlichen Fragen und Rahmenbedingungen. Das Indian Village bietet die Möglichkeit indische Waren zu kaufen und indisches Essen zu genießen.
Welche Rolle spielt das Rahmenprogramm für die Besucher/ für den Erfolg eines Filmfestivals?
Das Bollywood and beyond Festival ist Zentrum des Indian Summer, der von Honorarkonsul Andreas Lapp veranstaltet wird. Das Rahmenprogramm dient dazu, noch mehr an indischer Kultur und Lebensweise für die Besucher erlebbar zu machen. Es ist wichtig und ergänzt das Filmprogramm. Film and Food ist da ein schönes Beispiel: Die Zuschauer können einen Film ansehen und bekommen danach ein original indisches Essen; solche Events verstärken die vielfältigen Eindrücke – wenn man gerade im Film gesehen hat, wie die Leute essen und man bekommt danach ein Menschen das auch mit den verschiedenen Gewürzen zubereitet wurde, ist das Erlebnis natürlich noch intensiver.
Wie verhält sich der Bollywood‐Trend? Ist er schon wieder ein bisschen
eingeschlafen?
Das würde ich nicht sagen; 'Bollywood', wenn man das mal so undifferenziert sagen möchte, ist Teil des Unterhaltungsangebotes geworden, sei es im Fernsehen oder als DVD. Der öffentliche Hype ist sicherlich etwas abgeklungen, aber die Fangemeinde wächst.
Hat ein Film wie ‚Slumdog Millionaire’ das Thema Indien für ein größeres Publikum eröffnet?
Ich denke schon. Der Film lief ja überall in den Kinos und hat auch noch acht Oscars gewonnen und hat auf diese Weise sicher auch das Interesse an Indien und indischem Film jenseits der Bollywood‐Filmindustrie geweckt. Er zeigt ein anderes Indien, was viele vorher so nicht kannten. Allerdings muss man sagen, dass der Film in Indien sehr zwiespältig aufgenommen wurde. Es ist ja ein amerikanischer Film, der von dem Briten Danny Boyle gemacht wurde; zum einen war die Freude über die internationale Aufmerksamkeit sicher groß, zum anderen wollen die Inder nicht allein auf Slums, Armut und Kriminalität reduziert werden und vor allem nicht von Ausländern. Vielleicht kam noch erschwerend dazu, dass Boyle Brite ist.
Was kommt besonders gut beim Publikum an?
Vor allem die Veranstaltungen und Filme, die Indien ganz nah an uns heranbringen. Die Festivalbesucher möchten ein Erlebnis mitnehmen. Das Festival als Ganzes ist immer ein Erlebnis, vor allem auch, weil man die Filmemacher persönlich treffen erleben kann.
Welcher Film hat Sie am meisten bewegt oder mitgerissen in den letzten
Jahren?
Mein absoluter Favorit 2010 war der Preisträger des 'German Star of India' unseres Hauptpreises. Der Film hat den Titel 'Vihir – The Well' und erzählt von zwei Jungs und vom erwachsen werden. Die Geschichte ist mit einer solchen Anmut erzählt – ganz großartig.
Ist Ihnen eine kuriose Begegnung, ein Missverständnis oder eine witzige Begebenheit in Erinnerung geblieben?
Leider ist es oft so, dass die meisten Begebenheiten nur für Insider witzig sind oder nicht öffentlich erzählt werden können – leider fällt mir nichts 'politisch korrektes' ein – Lustige Begebenheiten gab es eine ganz Menge.
Ein Special‐Tipp für das Festival von Ihnen?
Bei unserem Festival kann man Indien mit allen Sinnen entdecken. Zur Einstimmung kann man auf dem Indian Village die indischen Waren wie Räucherstäbchen und bunte Saris bestaunen und kaufen und auf der Bühne den Tanzworkshop verfolgen. Dann kann man im Kino spannende Filme sehen und sich abschließend mit einem indischen Essen verwöhnen. Wer dann nach allem Sehen und Staunen etwas Bewegung braucht, kann noch einen Tanzworkshop buchen.
Wie wichtig sind große Namen für ein solches Festival?
Filmstars sind immer wichtig für ein Festival; allerdings sind diese auch sehr teuer und derzeit noch nichts für unser Budget. 2010 war Manisha Koirala als Jurymitglied zu Gast, sie hat in einigen großen Filmen mitgespielt und richtig Glamour aufs Festival gebracht.
Was kosten die Tickets? Gibt es ein Komplett‐Ticket für das gesamte Festival?
Ein Einzelticket kostet 8 Euro ein Festivalpass für die gesamten Festivaltage 85 Euro. Es gibt natürlich ermäßigte Tickets und auch Angebote mit Übernachtung von Seiten des Millennium Hotels, das direkt vor Ort ist. Informationen dazu gibt es auf der Seite des SICentrums unter www.si‐centrum.de. Was das Festival betrifft findet man alles auf unserer Internetseite unter www.bollywood‐festival.de.
Pressemitteilung: Bollywood and Beyond (Stuttgart)

Naina
said:
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... @Leonora: Wenn wir Fans uns treffen wollen, gibt es meiner Ansicht nach viel bessere Orte als dieses SI Centrum und bessere Gelegenheiten, v.a. mit mehr BOLLYWOOD! Habe mehr Zeit mit der Fahrerei verbracht, als dass ich was anständiges geboten bekommen habe. Irgendwie hat es sich sowieso in den letzten Jahren immer mehr verlaufen mit Stuttgart. Und die Leutchen von ISHQ können wir ja auch oft genug bei viel besseren Gelegenheiten treffen....ich sage nur "SRK", "Don" und "Berlin" ;-) |
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Leonora
said:
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... Ach mir doch egal.. für mich reicht es absolut, wenn ich meine Bollywood-Freunde dort wiedersehe. Außerdem ist die ISHQ ja auch da. Was will man mehr |
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Thorsten
said:
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... Das Bollywood-Programm sollte ech mal ausgebaut werden. Mann kann so eine Veranstalung nicht Bollywood (groß geschrieben) and Beyond (kleingeschrieben) nennen und dann jämmerliche 5 verbrauchte Filme von REM zeigen. Indien Arthouse Festival wäre als Name wohl angebrachter! |
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Inge
said:
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... Das Festival ist soweit ist Ordnung, jedoch zu wenig Bollywood. Trotzdem kann man seinen Spaß haben. Was mich am meisten stört, sind jedoch die hohen Hotelpreise in Stuttgart. Generell eine sehr teure Stadt, gerade wenn man mit der Familie anreisen möchte. Ein Festival für Besserverdienende |
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Alejandro
said:
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... Also mir gefällt das Festival. Aber ohne echte Stars fehlt dem ganzen Spektakel etwas entscheidendes. Ich respektiere jedoch das Bemühen so ein Festival auf die Beine zu stellen. |
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Naina
said:
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... Oh man, das Festival ist doch so scheiße. Und was labern die von 16.000 Zuschauern? War mal einer von Euch da und hat sich das Zeugs angeschaut. Das ist nie und nimmer das größte Fest außerhalb Indiens und 16.000 Zuschauer gab es ja wohl auch nicht. Oder ich war letztes Jahr auf der falschen Veranstaltung! Mir hats letztes Jahr jedenfalls gereicht und ich tu mir das nicht mehr an. Schade um meinen Urlaub und mein Geld. |
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